Junge Wilde auf der Landesmeisterschaft 2026 in Pforzheim
- Anja Schindler

- 14. Juni
- 3 Min. Lesezeit
„Habt Spaß – das Ergebnis kommt von alleine"
So lautete die Kampfansage von Jugendleiterin Anja Schindler vor dem großen Wochenende. Klingt entspannt. Fast zu entspannt. Aber sie sollte Recht behalten.
Samstag: Die Damen machen den Anfang.
In der Jugend weiblich gingen Silia Stutz und Mayra Weckemann gemeinsam an den Stand – beide hochkonzentriert, beide fokussiert, beide mit dem gleichen Ziel: zeigen, was in ihnen steckt.
Für Silia war es die zweite Teilnahme in der Jugendklasse, für Mayra das erste Mal in dieser Altersklasse – aber von Anfang an war beiden anzusehen: Nervenflattern? Fehlanzeige. Oder zumindest: gut versteckt.
Mayra ließ sich zwischendurch tatsächlich kurz von einem Ausreißer aus dem Konzept bringen – der durchtriebene Schuss wollte einfach nicht dahin, wo er sollte. Aber was macht eine erfahrene Wettkämpferin? Zwei Trockenschüsse später war die Konzentration wieder da, als wäre nichts gewesen. Am Ende stand der 7. Platz mit 392,0 Ringen – und das Lächeln sprach für sich.
Silia hingegen kämpfte sich Schuss für Schuss nach oben. Unaufgeregt, systematisch, unnachgiebig. Der letzte Schuss? Eine satte 10. Wie bestellt, wie geliefert. 400,5 Ringen standen am Ende da und so fand sie sich auf dem 3. Platz wieder – mit einer Bronzemedaille um den Hals und dem Strahlen einer, die genau weiß, dass sie alles richtig gemacht hat.
Beide verließen den Stand wie im Vorjahr: strahlend. Manche Traditionen sind einfach zu schön, um sie zu brechen.
Kampfgeist auf dem Kleinkaliber-Stand. Tim Schindler trat mit der Sportpistole an – und die Harmonie mit der Waffe war diesmal spürbar besser als noch eine Woche zuvor in München. Was München also nicht ganz hingekriegt hat, erledigte Pforzheim.
Tim kämpfte, gab alles, und im Duell holte er Ring für Ring auf. Tim, sichtbar erleichter, jedoch nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Die Jugendleitung war zufrieden – und wer Anja Schindler kennt, weiß: Das ist kein kleines Lob.
Somit ging ein erfolgreicher Samstag zu Ende.
Der frühe Vogel…?
Sehr früh am Sonntagmorgen – zu einer Zeit, zu der vernünftige Menschen noch schlafen – trat Micah Weckemann mit der Luftpistole an den Start. Schülerklasse. Jüngster Teilnehmer des Tages. Und Micah? War einfach klasse.
Schuss für Schuss, konzentriert und ruhig. Die Probeserie, wie am Schnürchen. Er korrigierte sich selbst und fand sich schnell auf den ihn unbekannten Schießstand zurecht.
Wettkampfstart und Micah weiterhin die Ruhe in Person. Ein Ausreißer wurde ignoriert. Kein Augendrehen oder aufstöhnen von Micah. Anja, freute sich. Micah blieb fokussiert.
Der nächste Schuss? Fast perfekt in die Mitte. Am Ende standen 150 Ringe auf der Anzeige – exakt sein Trainingsdurchschnitt. Den 6. Platz im Mittelfeld nahm er mit einem breiten Lächeln entgegen.
Mit der Mehrschüssigen Luftpistole lief es für Micah nicht einfach gut – es lief sensationell.
Ein neuer Landesrekord. Der Landesmeistertitel der Schülerklasse. Und eine goldene Medaille, die er mit dem Strahlen eines Kindes entgegennahm, das gerade verstanden hat: Training zahlt sich aus. Aus dem schon breiten Lächeln wurde ein Dauergrinsen. Zu Recht.
Tim und die verhasste 7 – eine Liebesgeschichte wider Willen Auch Tim startete noch einmal, diesmal mit der Luftpistole. Die Probeserie lief hervorragend. Alles im grünen Bereich.
Wettkampfstart – und da war sie. Die 7.
„Die 7 muss man lieben", wie man so sagt. Tim liebte sie nicht. Aber er ließ sich auch nicht von ihr unterkriegen. Er kämpfte weiter, Schuss für Schuss – und holte am Ende 3 Ringe mehr als bei der Kreismeisterschaft. 354 Ringe. 4. Platz. Tim strahlte wie ein Landesmeister.
Das aus gutem Grund: Als Teil der Mannschaft holte er genau das – den Landesmeistertitel Mannschaft Junioren. Gold ist Gold, ob mit oder ohne die lästige 7.
Vier Junge Wilde.
Ein Wochenende.
Eine Bronzemedaille, ein Landesrekord, zwei Landesmeistertitel – und jede Menge Erfahrungen, die kein Training ersetzen kann.
Ob mit oder ohne Medaille: Sie hatten Spaß, sie kämpften, sie gaben nicht auf – und sie sind als Schützinnen und Schützen gewachsen.
Herzlichen Glückwunsch, ihr Junge Wilden! 🥇🥉🎉
Die Schützengilde e.V. 1927 Östringen ist stolz auf Euch. Und Anja Schindler? Die hatte es ja von Anfang an gewusst.




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