Bundesländer-Vergleichskampf: Ein Wochenende voller Spannung und Teamgeist
- Anja Schindler

- 7. Juni
- 4 Min. Lesezeit
Bundesländer-Vergleichskampf: Ein Wochenende voller Spannung und Teamgeist
Was für ein aufregendes Wochenende für Micah, Tim und Anja! Beim Bundesländer-Vergleichskampf in München zeigten die Jugendlichen des Verbandskaders Baden Nord nicht nur sportlichen Ehrgeiz, sondern auch jede Menge Teamgeist und gute Laune.
Schon die Busfahrt in die bayerische Landeshauptstadt verlief reibungslos. Die Stimmung war ausgelassen, und natürlich durfte auch das Badnerlied nicht fehlen, das lautstark von den Jugendlichen angestimmt wurde.
Kaum waren die Koffer ausgeladen wurde die Zeit für ein erstes freies Training genutzt. Für viele, vor allem für die Neulinge, war die Anlage ein echtes Highlight: In der großen Luftdruckhalle reihen sich auf beiden Seiten jeweils 50 Schießstände aneinander – ein beeindruckender Anblick.
Es wurde trainiert, ausprobiert und sich langsam an die Bedingungen vor Ort gewöhnt. Abendessen, ein kleiner Spaziergang und schon ging es ins Bett.
Am nächsten Morgen hieß es dann: früh raus. Der Wettkampftag konnte beginnen.
Besonders im Fokus stand Micah Weckemann, der als mit Abstand jüngster Teilnehmer an den Start ging. Trotz sichtbarer Nervosität bewies er große Konzentration. Immer wieder baute er kleine Trockenübungen ein, um sich zu stabilisieren – mit Erfolg. Am Ende erreichte er genau seinen Trainingsdurchschnitt, eine starke Leistung unter diesen Wettkampfbedingungen. Gemeinsam mit seinen beiden Kaderkollegen konnte er sich zudem einen hervorragenden 3. Platz in der Mannschaftswertung sichern. Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Erfolg!
Für Tim lief es zunächst weniger rund. Er hatte Schwierigkeiten, einen stabilen Stand zu finden, und die Acht entwickelte sich an diesem Tag zu seinem treuesten Begleiter. Am Ende standen 335 Ringe auf der Anzeige – nicht das, was er sich vorgenommen hatte, aber dennoch ein Ergebnis, auf dem sich aufbauen lässt.
Viel Zeit zum Durchatmen blieb nicht, denn noch vor dem Mittagessen stand für Tim bereits der nächste Wettkampf an: die Schnellfeuerpistole. Eine Disziplin, die er besonders gerne mag – schnell, dynamisch, genau sein Ding. Doch diesmal lief es nicht wie erhofft. Mehrere Waffenstörungen machten ihm das Leben schwer. Trotzdem ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen, kämpfte weiter und zeigte, dass die Schüsse, die rausgingen, ihr Ziel fanden. Gerade in solchen Momenten zeigt sich echter Sportsgeist: nicht aufgeben, weitermachen und das Beste aus der Situation machen – das hat Tim eindrucksvoll bewiesen.
Im zweiten Durchgang hatte Tim leider erneut mit einer Störung zu kämpfen. Insgesamt lief es zwar etwas besser, doch wirklich zufrieden ist er mit seiner Leistung nicht. Seine Trainer und die Jugendleitung sehen das deutlich positiver: Einsatz, Kampfgeist und Durchhaltevermögen haben an diesem Tag absolut gestimmt – und genau darauf kommt es an. Tim hat sich durchgebissen, Rückschläge weggesteckt und bis zum letzten Schuss alles gegeben – eine Leistung, die großen Respekt verdient.
In den Wartezeiten zwischen den Wettkämpfen zeigte sich jedoch eine ganz andere, ebenso beeindruckende Seite des Wochenendes: der starke Zusammenhalt innerhalb des Kaders. Gemeinsam wurde UNO gespielt, viel gelacht und sich gegenseitig die Daumen gedrückt. Diese Momente abseits des Schießstands machten deutlich, wie sehr die Kinder und Jugendlichen als Team zusammengewachsen sind – ein Zusammenhalt, der mindestens genauso viel wert ist wie sportliche Ergebnisse.
Am Nachmittag durfte auch Micah noch einmal an den Schießstand. Diesmal stand die mehrschüssige Luftpistole auf dem Programm. Diese Disziplin wird erst seit Kurzem mit ihm trainiert – umso erstaunlicher, was unser Jüngster hier bereits zeigt. Natürlich sitzen die Abläufe noch nicht perfekt, dazu kommt die Aufregung eines Wettkampfs und sein junges Alter. Präzision und Duell sind alles andere als einfach zu bewältigen.
Die Enttäuschung war Micah nach dem Durchgang deutlich anzusehen. Doch für seine Kadertrainerin Saskia und Anja, seine Jugendleitung, war das Ergebnis ein voller Erfolg. Micah hat es geschafft, seine Trainingsleistungen auch im Wettkampf abzurufen – etwas, woran selbst viele Erwachsene scheitern.
Über einen weiteren 3. Platz durfte Micah sich mit der Mannschaft freuen. Herzlichen Glückwunsch.
Kopf hoch, Micah: Jeder Wettkampf bringt dich weiter. Jede Erfahrung lehrt dich etwas Neues. Und eines steht fest – das hast du richtig stark gemacht.
So ging ein aufregender Samstag zu Ende – jedoch wartete auf Tim am Sonntag noch ein weiterer Wettkampf.
Tim und die Vereins Sportpistole führen weiterhin eine Beziehung mit Charakter- nennen wir es eine charmante Hassliebe mit gelegentlichen „Diskussionen“. Besonders im Präzisionswettkampf wurde deutlich, dass sich die beiden noch immer nicht ganz einig sind. Wie schon am Vortag, meldet sich die Technik mit ein paar spontanen Entwürfen in Form von Waffenstörungen. Offenbar wollte die Sportpistole ein wenig mehr Aufmerksamkeit. An der Präzision müssen die Pistole und Tim definitiv noch an ihrer Beziehung arbeiten. Im Duell sind sich die beiden sympathischer. Dynamisches Schießen liegt den beiden gut. Auch wenn sie meinten, einen im dem Rahmen zu setzen. Unterm Strich – Eine solide Leistung mit klarer Tendenz nach Oben – und eine Partnerschaft, die zwar manchmal knister, jedoch definitiv Potenzial hat.
Tim, trotz oder gerade wegen der vielen Störungen hast Du mentale Stärke bewiesen und im Duell gezeigt was in Dir steckt. Dein Durchhaltevermögen macht deutlich, dass Du auf einen guten Weg bist. Kopf hoch, es kommen auch wieder bessere Wettkampftage.
Fazit von Anja (in Trainerausbildung):
Für Anja war das Wochenende vor allem eines: spannend und lehrreich. Sie konnte viele wertvolle Erfahrungen sammeln und hautnah miterleben, wie ein Bundesländer-Vergleichskampf abläuft. Besonders beeindruckt hat sie, wie die Verbandskader-Trainer – egal ob im Pistolen- oder Gewehrbereich – individuell auf ihre Schützlinge eingegangen sind, ihnen zur Seite standen und genau wussten, welche Anweisungen in welcher Situation notwendig waren.
Ein großer Dank geht an die Badische Schützenjugend sowie insbesondere an Frank und Saskia, die ihr diese Möglichkeit gegeben haben und ihr Vertrauen ausgesprochen haben, Teil dieses Wochenendes zu sein.












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