BDS Deutsche Meisterschaft 2026

BDS Deutsche Meisterschaft 2026
Bestzeitenjagd, Waffenstörungen, Podestträume und Silberkrimi – Philippsburg eben.
Noch zwei Schützen vor dir.
Startkarte kontrolliert. Gehörschutz sitzt. Nebenan fallen bereits die ersten Scheiben. Ein letzter Blick aufs Sportgerät.
Dann wird deine Startnummer aufgerufen.
Jetzt bist du dran.
Monatelang wurde trainiert. Bezirksmeisterschaft, Landesmeisterschaft, Qualifikation – und irgendwann steht man tatsächlich dort, wo man die ganze Saison hinwollte:
Deutsche Meisterschaft. Philippsburg.
Um einen herum Schützinnen und Schützen aus ganz Deutschland. Letzte Handgriffe, kurze Gespräche, Konzentration. Dann kommt das Kommando.
Und plötzlich schrumpft eine ganze Saison auf wenige Minuten zusammen.
Für fünf Schützinnen und Schützen der BDS-Gruppe der SGI Östringen war Philippsburg der sportliche Höhepunkt der Saison 2026. 13 Einzelstarts standen auf dem Programm.
Und schon diese Zahl erzählt eine Geschichte.
Denn eine Startkarte für eine Deutsche Meisterschaft bekommt niemand geschenkt. Dahinter liegen Training, Wettkämpfe und die sportliche Leistung, sich gegen die Konkurrenz bis auf die nationale Bühne zu qualifizieren.
Unsere fünf hatten sich diesen Platz erarbeitet.
Jetzt mussten nur noch Mensch, Material – und gelegentlich die Stoppuhr – mitspielen.
Nancy Essert – Hauptsache, nichts stehen lassen!
Nancy führte ihr Meisterschaftsweg mit der Repetierflinte offene Visierung bis nach Philippsburg.
Dann läuft die Zeit.
Scheibe für Scheibe fällt.
Am Ende sind sie alle unten.
Die Uhr bleibt bei 30,83 Sekunden stehen.
Platz 9. Top 10 bei einer Deutschen Meisterschaft.
Nancys eigene Analyse fiel deutlich kürzer aus:
„War einfach zu langsam, hab aber nix stehen lassen.“
Damit wäre eigentlich alles gesagt.
Die Scheiben waren erledigt. Die Stoppuhr leider noch hellwach.
Für 2027 ist der Gegner damit identifiziert:
die Uhr.
Und dass man mit genau dieser auch ziemlich gute Geschäfte machen kann, zeigte Enrico.
Enrico Reiß – Bestzeit ist keine Ziellinie
Auch Enrico ging mit der Repetierflinte an den Start.
Der Ablauf passt. Die Flinte läuft.
Dann der Blick auf die Zeit:
14,51 Sekunden.
Platz 13 – persönliche Bestleistung.
Ein Ergebnis, mit dem man durchaus zufrieden sein könnte.
Könnte.
Denn Enrico hat bereits beschlossen, weiterzuarbeiten und noch schneller zu werden.
Die 14,51 Sekunden sind damit kein Schlusspunkt.
Sie sind die neue Messlatte.
Zufriedenheit ist schließlich schön – macht einen erfahrungsgemäß aber nicht schneller.
Uwe Schuhmacher – wenn die Technik andere Pläne hat
Uwe erwischte mit der Fallscheiben-Pistole Großkaliber einen dieser Tage, die man als Sportschütze lieber im Training als bei einer Deutschen Meisterschaft erlebt.
Es lief nicht richtig.
Und dann kamen auch noch Waffenstörungen dazu.
Sagen wir es so:
Uwe und seine Pistole hatten sich für ihre kleine Beziehungskrise ausgerechnet Philippsburg ausgesucht.
Am Ende stand Platz 17.
Uwes Kommentar:
„War wohl nicht mein Tag.“
Und gleich hinterher:
„Nächstes Jahr aufs Neue.“
Mehr braucht es nicht.
Abhaken. Ursache finden. Wiederkommen.
Stefan Werner – plötzlich Platz vier
Stefans Saison begann mit einem ziemlich bescheidenen Ziel.
Drei Disziplinen bei der Bezirksmeisterschaft – und die Hoffnung:
„Mal schauen, ob es wenigstens für die LM reicht.“
Ein paar Monate später lagen zwei Startkarten für die Deutsche Meisterschaft vor ihm.
So viel zur Saisonplanung.
Im ZG50 belegte Stefan Platz 20.
Dann folgte 50 m Präzision Sportgewehr Selbstlader KK mit optischer Visierung.
Und dort wurde aus einer ohnehin schon überraschenden Saison plötzlich eine richtig gute Geschichte:
Platz 4.
Seit 1988 ist Stefan Sportschütze.
Fast vier Jahrzehnte später fehlte ihm genau eine Platzierung zum Podest einer Deutschen Meisterschaft.
Mehr muss man über die Entwicklung dieser Saison eigentlich nicht sagen.
Aus:
„Hoffentlich LM.“
wurde:
„DM-Platz vier.“
Und spätestens jetzt dürfte klar sein, wohin Stefan 2027 vermutlich zuerst schauen wird:
auf die drei Plätze vor ihm.
Thomas Langnau – drei Ringe
Acht Starts.
Achtmal Deutsche Meisterschaft.
Und irgendwo dazwischen lag der Moment, der hängen bleiben wird.
Großkaliber-Unterhebelrepetierer. Speed.
Der Wettkampf ist vorbei.
Blick auf die Ergebnisliste.
232 Ringe.
Platz zwei.
Deutscher Vizemeister.
Der Abstand zu Gold:
drei Ringe.
Mehr nicht.
Silber war trotzdem alles andere als ein Trostpreis. Genau diese Farbe fehlte bislang noch in der Sammlung.
Die andere Seite der DM zeigten vier Starts mit dem Kleinkaliber-Unterhebelrepetierer. Wiederkehrende technische Probleme machten die erhofften Top-Platzierungen zunichte.
Offenbar hatte das Sportgerät einen eigenen Wettkampfplan mitgebracht.
Thomas kannte ihn nur leider nicht.
Das Ergebnis:
Vier Starts. Vier offene Rechnungen für 2027.
Und dann war da noch ZG50.
30 Wertungsschüsse. 21 Neuner.
Konstant.
Nur leider im falschen Ring.
Kräftiger, wechselnder Wind und fehlende Windfähnchen lieferten die nächste Hausaufgabe gleich mit:
Wind lesen.
So passen acht DM-Starts am Ende erstaunlich gut in einen einzigen Satz:
Silber im Gepäck, vier Rechnungen offen und Arbeit für den Winter.
Philippsburg eben.
Was auf keiner Ergebnisliste steht
Platz 9.
14,51 Sekunden.
Platz 17.
Platz 4.
232 Ringe.
So sieht unsere Deutsche Meisterschaft auf dem Papier aus.
Eine Ergebnisliste kennt allerdings keine Nervosität vor dem Kommando. Keine persönliche Bestleistung. Keine Waffenstörung. Keinen vierten Platz, bei dem das Podest plötzlich zum Greifen nah ist.
Und sie weiß nicht, wie groß drei Ringe werden können.
Vor allem aber steht dort nicht, was hinter jeder dieser Zahlen liegt:
Der Weg nach Philippsburg.
Training. Bezirksmeisterschaft. Landesmeisterschaft. Qualifikation.
Deshalb beginnt die sportliche Leistung unserer fünf nicht erst mit ihrer Platzierung bei der DM.
Sie begann damit, überhaupt dort zu stehen.
Nancy Essert, Enrico Reiß, Uwe Schuhmacher, Stefan Werner und Thomas Langnau haben sich ihre Starts auf nationaler Bühne erarbeitet und die SGI Östringen dort vertreten.
Darauf dürfen sie stolz sein.
Und wir sind es auch.
Von Anmeldung und Startkartenausgabe über die Waffenkontrollen bis zum Standpersonal lief die Meisterschaft professionell und reibungslos. Den Organisatoren, Helfern, Standaufsichten und allen Beteiligten dafür ein herzliches Dankeschön.
Die Vereinsleitung und die BDS-Sportleitung gratulieren unseren fünf DM-Startern herzlich zu ihren Leistungen.
Vielleicht sitzt gerade jemand beim Lesen im Schützenhaus, zu Hause oder nach dem Training vor seinem Handy und denkt:
„Verdammt. Da wäre ich nächstes Jahr auch gerne dabei.“
Mehr braucht es für den Anfang nicht.
Denn bevor irgendwann eine Startkarte für eine Deutsche Meisterschaft auf dem Tisch liegt, steht zuerst nur dieser eine Gedanke:
Da will ich hin.
Und irgendwann sind es noch zwei Schützen vor dir.
Startkarte kontrolliert.
Gehörschutz sitzt.
Dann fällt deine Startnummer.
Jetzt bist du dran.
Philippsburg 2026 ist Geschichte.
Silber bleibt. Vier Rechnungen bleiben offen.
Eure BDS-Sportleitung 🎯



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